Österreich Stoppt Geldlieferung nach Syrien

Mehr Fotos. Artikel auf Englisch.

Die Syrier in Österreich haben die Regierung, in einem vom Präsidenten der Syrischen Gemeinschaft und Vereinigung, Herr Dr. Ala-Eldine Hallak, beim Kanzleramt abgegebenen  Brief gebeten, den syrischen Botschafter aus Österreich auszuweisen, die gegenwärtigen Wirtschaftsbeziehungen mit dem syrischen Regime einzufrieren, und Drucken von Syrischem Geld, etwa 6 Millionen Lairah (2 Millionen Dollar) zu stoppen, das von der Österreichischen Nationalbank aufgrund eines Abkommens gedruckt werden sollte und dessen dritte Tranche dem Syrischen Regime Mitte August 2011 geliefert werden sollte.

Laut Meldung von Österreichischen kommerziellen Medien hat die Nationalbank gesagt, daß sie ihr Übereinkommen mir Syrien wegen der aktuellen Humanitären Lage in diesem Land überdenken will.

Syrische Gemeinde in Österreich fordert Ausweisung des Botschafters

Der Brief wurde während einer Protest-Demo am Freitag, dem 5. August 2011, am Ballhausplatz vor den Residenzen und Amtssitzen des österreichischen Präsidenten Dr. Heinz Fischer und des Bundeskanzlers, Herrn Mag. Werner Faymann, bei der Einbringungsstelle des Bundeskanzleramts abgegeben. Die Syrer beschuldigen den Botschafter in ihrem Brief auch dessen, die hier lebenden Syrer zu bespitzeln und ihre Demos zu Fotografieren und diese Fotos nach Syrien zu schicken um dort ihre Verwandte und Familienangehörige unter Druck zu setzen.

Heute 6. August abends wurde mir von Dr. Hallak mitgeteilt, dass das Bundeskanzleramt ihm in einem Telefonat gesagt wurde, dass die ausstehende Tranche der Geldlieferung der Nationalbank an Syrien nicht durchgeführt wird. Die Syrische Gemeinde in Österreich will sich morgen in einem Statement bei der Bundesregierung bedanken.

Es muss auch gesagt werden, dass ich etliche Emails mit belästigendem Inhalt aufgrund meinen früheren Reports rund um die Demos der Syrer hier in Wien erhalten habe. Der Schreiber dieser Emails ist unbekannt, er protestiert gegen meine Reports über die Demos der Syrer in Wien und beschuldigt micht, im Auftrag und für das Geld von „ausländischen Interessen“, wie z.B. die Syrische Opposition, zu arbeiten.

Der Urheber benutzt unterschiedliche IP Adressen, [91.115.49.14]; [178.190.92.236], [188.22.96.116], [178.191.229.161]; die auf Austria Telekom (Highway) registriert sind. Seine letzte Email ist aber von einer Adresse (161.5.131.43) geschickt worden, die auf die International Atomic Energy Agency (IAEA) registriert ist.

Dies und der Inhalt der Emails lässt mich Diplomaten oder Angestellte der Syrischen Botschaft als Urheber verdächtigen. Ich werde die belästigende Emails dieses anonymen Schreibers an die verantwortlichen bei der IAEA schicken, ich glaube nämlich kaum, dass die IAEA es toleriert, wenn ihre Infrastruktur dazu mißbraucht wird, um aus politischen Gründen Belästigende Emails zu verschicken.

 

Der volle Text des Briefs an den Bundeskanzler folgt unten.

Wien, am August 5, August 2011

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Werner Faymann,

Wie Sie wissen, herrscht in Syrien seit Monaten ein Quasi-Kriegszustand. Friedliche Demonstranten werden erschossen, auch Flugzeuge, Panzer und Heckenschützen werden dabei eingesetzt. Städte und Ortschaften werden bombardiert, tausende Menschen wurden festgenommen und in Gefängnisse gesteckt. Stromnetze und Telefonleitungen werden unterbrochen, um alle Verbindungen zum Ausland zu unterbinden. Sämtlichen Journalisten wurden die Einreise verboten. Vergangenen Freitag wurden allein in Hama über 100 Tote gezählt. Nicht zu reden von den vielen in Damaskus, Daraa, Homs, Dair Ez-Zor, Banias, etc. Und seitdem geht es in selben Tempo weiter.

Die Hände des diktatorischen Assad-Regimes, das seit über 40 Jahren in Syrien regiert, sind mit Blut besudelt. Im Jahr 1982 starben in Hama alleine über 10.000 Menschen, Gefängnisse wurden gestürmt und allein in Tadmor wurden 1200 Gefangene ermordet. Dreizeit gibt es über 12.000 politische Häftlinge in den syrischen Gefängnissen. Über 100.000 Menschen dürfen seit Jahrzehnten nicht in ihre Heimat einreisen. Die 40-jährige Geschichte des Regimes ist grausig und für die Syrer ein Albtraum.

Der „Arabische Frühling“ hat nun auch Syrien erreicht und die Menschen wollen sich nicht länger con der dort regierenden Einheits-Baathpärtei bevormunden und unterdrücken lassen. Ihre Forderungen sind einfach: Freiheit, Menschenwürde, Mehrparteiensystem, frei Wahlen, Gewaltentrennung, mit einem Wort: Demokratie.

Die österreichische Regierung hat leider bis jetzt nicht viel gegen das Morden in Syrien unternommen. Der syrische Botschafter befindet sich nach wie vor in Wien und läßt sämtliche Protestaktionen der Syrischen Gemeinde in Österreich bespitzeln, Fotos werden gemacht und nach Syrien gesandt, um dort Verwandte und Familienangehörige unter Druck zu setzen. Und, wie inzwischen sogar vom ORF berichtet, wurde und wird in Österreich auch syrisches Geld gedruckt, um demnächst nach Syrien verbracht zu werden, denn infolge der desolaten Wirtschatslage braucht das Regime Geld, um seine Leute zu bezahlen, allen voran die paramilitärische „Shabiha- Einheit“, die auf Menschen eine regelrechte Jagd veranstaltet.

Wir als österreichische Staatsbürger syrischer Abstammung bitten Sie daher,
(a) den syrischen Botschafter zur „persona non grata“ zu erklären und aus Österreich auszuweisen.

(b) die Wirtschaftsbeziehungen zum derzeitigen syrischen Regime total einzufrieren und den Druck von syrischer Währung und deren Transport nach Syrien sofort zu unterbinden, und
(c) alle in Ihrer Macht stehenden Mittel einzusetzen, um dem Morden in Syrien Einhalt zu gebieten und der Bevölkerung bei ihren Bemühungen zu einer Demokratie behilflich zu sein.

Hochachtungsvoll
Für die Syrische Gemeinde in Österreich
MR. Dr. Ala-Eldine Hallak

Syrische Gemeinde begrüßt Lieferstopp für Banknoten

ZUR SOFORTIGEN VERÖFFENTLICHUNG

Kontakt für Rückfragen:
Dr. Ala-Edine HALLAK

-Text der Presseaussendung-

Die syrische Gemeinde in Österreich begrüßt die Presseberichte zum Banknoten-Lieferstopp an das syrische Regime.

Das Regime leidet unter massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten, und ohne Bargeld kann man Terrormilizen nicht entlohnen. In unseren Augen ist dieser Lieferstopp ein wichtiger Beitrag zum Schutz der syrischen Zivilbevölkerung

Allen beteiligten österreichischen Regierungsstellen gebührt für diese Massnahme großer Dank. Die syrische Gemeinde in Österreich ist stolz auf die moralisch korrekte Vorgangsweise der Republik.

Ebensoviel Dank gebührt all jenen Medien, die das Leid der syrischen Zivilbevölkerung in den Vordergrund rücken und somit auf das Problem aufmerksam machen.

-EOF-

Austrian Flag
Bild aus dem Parlament
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