Seltsames Bezirkstreffen im 16. Wiener Bezirk

Am 20. November abends habe ich am “Kennenlernfest” im 16. Wiener Bezirk teilgenommen, das von Bezirksvorsteher Franz Prokop (SPÖ) organisiert wurde. Es hat unter Anwesenheit von Mitgliedern der Bezirksverwaltung und des Bezirksparlaments in den  Räumen der historischen Ottakringer Bräuerei stattgefunden. Ottakringer ist am besten wegen ihrem Bier bekannt, die Firma bietet aber auch  nicht-alkoholische Getränke an, und es dürfte die grösste Firma im Bezirk Ottakring sein, von dem sie auch den Namen hat.

Bezirksvorsteher Prokop hat die Einladungen zu diesem Kennenlernfest an alle Einwohner des Bezirks im Alter zwischen 30 und 50, es sind etliche Hundert Personen gekommen. Herr Prokop und Mitglieder der Bezirksvertretung haben die Gäste am Eingang sehr herzlich begrüsst, es hat auch Info-Stände von verschiedenen Organisationen gegeben, u.A. Waff (www.waff.at), Gebietssbetreuung und Polizei.

Es hat Essen und Getränke für alle Gäste gegeben. Das Essen, bodenständige Krautfleckerln, Leberkäse und Gulaschsuppe, dazu Kuchen, Kekse und Früchte. In seiner Ansprache hat Herr  Prokop auf die Bezirksgeschichte und den traditionellen Ort hingewiesen, und alle Gäste gebeten, Ideen abzugeben oder einfach untereinander oder mit den anwesenden Mitgliedern der Bezirksvertretung informell zu sprechen um so gemeinsam Ideen auszutauschen, wie man den Bezirk noch lebenswerter für alle gestalten könnte. Ich habe es sehr toll gefunden, die  Menschen zu einem angenehmen Abend miteinander einzuladen und sie auf dieser freundlichen wie unaufdringlichen Art zum mitmachen in der Politik zu animieren. Vor allem war das keine SPÖ Veranstaltung denn die Einladung ist an alle Bevölkerungsgruppen gegangen, nicht nur SPÖ Wähler oder Personen aus einer bestimmten Gruppe.

Bezirksvorsteher Prokop hat das Event dazu genutzt, Herrn Günther Aistleitner für sein Engagement für das St. Anna Kinderspital die Ottakringer Ehrenmedaille zu verleihen (seine ebenfalls anwesende Frau hat einen schönen Blumenstrauß bekommen) – er hatte 165.000 Euro Spenden für das Spital gesammelt. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Herr Kurt Girk wegen seiner Leistungen für die Kunst und die Wiener Kultur. Danach haben sich die Gäste über das Buffet hergemacht. Die Stimmung war herzlich und es ist auch unter unbekannten zu freundlichen Gesprächen gekommen. Die unlängst eingeführten “Parkpickerln” dürften für einige Aufregung im Bezirk sorgen.

Eines habe ich so seltsam wie bekannt gefunden. Laut Wikipedia hat der 16. einen der höchsten Anteile an Ausländern in Wien, so dürften ca. die Hälfte der Einwohner aus dem Ausland zugezogen sein. Auf der Strasse hört man in Ottakring meistens Türkisch, Arabisch und noch einige andere Sprachen, Deutsch eher selten. Bei diesem Bezirkstreffen war aber keine einzige Person anwesend aus den Gruppen deren Sprachen man meistens auf der Strasse hört. Es gibt viele Geschäfte die in Türkischer Hand sind, die Märkte werden von türkischen Standlern dominiert. Wo waren also all diese Leute? Auf dieser Veranstaltung jedenfalls nicht. Viele von ihnen haben die Österreiche Staatsbürgerschaft aber es erhärtet sich der Verdacht, dass die Türken, Araber und sonst alle Muslime lieber im Ghetto unter sich bleiben.

Für mich war es jedenfalls beschämend, denn es ist nicht das erste Mal, dass mir diese absichtliche nicht-Teilnahme auffällt. Viele Fragen sind mir gekommen: In welcher Welt leben diese Araber, Türken, Muslime die im 16. Bezirk arbeiten und leben und Geschäfte betreiben? Was für Menschen sind das? Was denken die sich? Welche Staatsbürgerschaft haben sie? Welchen Stellenwert haben Österreich und die Österreicher für diese Leute? Welche Religion haben diese Leute? Wieso ist keiner von ihnen zu diesem freundlichen Event gekommen wo es zudem in ihrem eigenen Interesse gewesen wäre, teilzunehmen? Wieso war es niemandem die Zeit wert, mit ihrer Anwesenheit zumindest symbolisch zu zeigen, dass man Teil der Gesellschaft ist?

Die Antworten auf diese Fragen kenne ich leider. Der Islam der von zu vielen Muslimen in Österreich (und Europa) gelebt wird ist von Gedanken und Begriffen geprägt wie “Kufar” (Ungläubige), “nimmt von ihnen was ihr könnt denn was sie haben ist besser als was sie sind”, präpotenter rassistischer Chauvinismus wie er im Satz “Sommersprossen werden ein seltener Anblick werden in Europa” ausgedrückt wird, ein Satz der durchaus als ernsthafte Drohung gegen nicht-muslimische Frauen gedeutet werden kann. Sich in guter Nachbarschaft üben? Man müsste ja Frauen ohne Kopftuch sehen oder gar mit ihnen reden, man müsste “erdulden” wie die Ungläubigen Bier trinken oder gar Schweinefleich essen, und da bleibt man eben lieber unter sich und lässt Forderungen verlautbaren. Es ist kein Wunder wenn die Österreicher uns nicht gerade schätzen, denn das ist was auch sie sehen.

Das allermindeste was man als AusländerIn tun kann ist, seine Dankbarkeit in symbolischen Kleinigkeiten zeigen, wie eben an Veranstaltungen teilnehmen und so ein wenig seine “Bringschuld” bei der Integration erledigt. Dass das offizielle Österreich viel Geld für Integration in die Hand nimmt, sogar einen eigenen Staatssekretär für Integration in die Regierung installiert, des öfteren die Hand ausstreckt und nach Möglichkeit allen Zuwanderern den Weg in die Gesellschaft ebnet, das interessiert anscheinend nur wenige. Die ausgestreckte Hand wird von vielen angenommen, von einer auffälligen Gruppe unter den Muslimen aber anscheinend eher selten.

Es stellt sich nur noch die Frage was ist, wenn die Politik sich der Meinung der Mehrheit der Österreicher anschliesst und uns nicht mehr mit ausgestreckter Hand entgegenkommt. Der Weg dorthin dürfte kurz sein: ein Mal zu oft eine von Herzen ausgesprochene Einladung ausschlagen, ein Mal zu oft Forderungen stellen und sich undankbar zeigen, ein Mal zu oft jemanden einen “Schweinefresser” nennen, ein Mal zu oft einen Schulkameraden verprügeln weil er Christlichen Glaubens ist, ein Mal zu oft ein Mädchen vergewaltigen weil es Sommersprossen hat.

1 comment to Seltsames Bezirkstreffen im 16. Wiener Bezirk

  • Kurt Ibis

    Liebe Frau Kawther!
    Vielen Dank für ihre Arbeit, den Mut ihre Einsichten zu veröffentlichen und die Dinge auch beim Namen zu nennen!
    Auch in Österreich ist das nicht selbstverständlich.
    Ich folge ihren Artikeln, wie unzählige andere Menschen weltweit auch, schon seit Jahren.
    Besonders freut es mich sie in meiner Heimatstadt Wien zu wissen!
    Ich wünsche ihnen und den Ihren alles Gute, und ihnen persönlich eine wunderschöne Vorweihnachts-Zeit in Wien und darüber hinaus!
    ;-)
    Kurt

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